Millionen Senioren betroffen
Im März sinken die Renten - Das ist der Grund
- Aktualisiert: 26.02.2025
- 17:00 Uhr
- Angela Kolbe
Im März dürften die meisten Senior:innen feststellen, dass ihre Rente geringer als gewohnt ausfällt. Grund ist die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge.
Im Januar 2025 haben fast alle gesetzlichen Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge erhöht. So hob beispielsweise die Techniker Krankenkasse (TK) ihren Beitragssatz von 1,2 Prozent auf 2,45 Prozent an, die Barmer von 2,19 Prozent auf 3,29 Prozent. Die Konsequenzen sind für Millionen von Versicherten spürbar. Für Senior:innen tritt die Beitragsanpassung nun, zwei Monate später, in Kraft. Was sich ab März 2025 noch ändert? Mehr dazu im Clip.
Renten-Differenz oft erst mit Kontoauszug bekannt
Rentner:innen, die von einer Erhöhung ihrer Krankenkassen-Zusatzbeiträge betroffen sind, sollten im März einen genaueren Blick auf ihren Kontoauszug werfen. Die meisten betroffenen Senior:innen erfahren erst über diesen Weg, um welchen Betrag sich ihre monatliche Rentenzahlung verringert. Wie die Deutsche Rentenversicherung auf ihrer Website informiert, werden nur in besonderen Fällen schriftliche Bescheide versendet – beispielsweise, wenn die Rente auf das Konto einer anderen Person überwiesen wird.
Beispielrechnung: Um diesen Betrag verringert sich die Rente
Der monatliche Beitragssatz für gesetzlich versicherte Senior:innen setzt sich – ebenso wie bei Arbeitnehmer:innen – aus dem allgemeinen Beitrag von 14,6 Prozent und dem individuell von den Krankenkassen festgelegten Zusatzbeitrag zusammen. Bei Rentner:innen übernimmt anstelle des Arbeitsgebers die Deutschen Rentenversicherung die Hälfte beider Anteile.
Bei einer Rentenhöhe von 1.000 Euro und einem durchschnittlichen Beitragsplus von 2,5 Prozent beläuft sich der Krankenkassenbeitrag laut einer Beispielrechnung der "Frankfurter Rundschau" künftig auf 85,50 Euro statt 81,50 Euro – ein Plus von vier Euro. Bei einer Rente von 1.200 Euro beträgt der Anstieg laut Beispielrechnung 4,85 Euro, bei einer Rente von 2.000 Euro beträgt der Anstieg acht Euro.
Darum steigt der Zusatzbeitrag
Rentner:innen müssen den höheren Zusatzbeitrag nicht alleine tragen. Die Deutsche Rentenversicherung beteiligt sich, wie schon beim allgemeinen Beitrag zur Krankenversicherung, auch hier zur Hälfte. Der Zusatzbeitrag kommt zum gesetzlich festgeschriebenen allgemeinen Beitragssatz dazu und kann von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich sein. Jeweils im Herbst legt das Bundesgesundheitsministerium den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für das kommende Jahr fest. Für 2025 waren es bis zu 2,5 Prozent, die Krankenkassen können jedoch selbst über die Höhe des Zusatzbeitrages entscheiden.
Der Grund für die Erhöhung ist eine massive Finanzierungslücke, die viele Krankenkassen betrifft. So erläuterte Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, gegenüber der "Rheinischen Post": "Die Finanzlage ist dramatisch. Der Schätzerkreis sieht für 2025 eine Lücke von mehr als 14 Milliarden Euro." Bisher lag der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 1,7 Prozent. Dass die Erhöhung auf 2,5 Prozent für Rentner:innen erst zwei Monate später in Kraft tritt, ist gesetzlich festgelegt.
- Verwendete Quellen:
- Frankfurter Rundschau: "Weniger Rente für Millionen: Warum das monatliche Einkommen ab März sinkt"
- Deutsche Rentenversicherung: "Rentenhöhe kann sich ab März ändern"