Ökonomin
Wirtschaftsweise zu Trump-Zöllen: USA steht "Inflationsschock" bevor
- Veröffentlicht: 04.04.2025
- 14:19 Uhr
- dpa
Gerät US-Präsident Donald Trump mit seiner Zollpolitik auch innenpolitisch unter Druck? Ökonomin Ulrike Malmendier glaubt an einen "Inflationsschock" - aber nicht, dass die US-Amerikaner die Folgen hinnehmen würden.
Die Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier geht davon aus, dass US-Präsident Donald Trump wegen der Auswirkungen seiner Zollpolitik innenpolitisch unter Druck stehen wird. Die US-Amerikaner:innen seien nicht bereit, auf Wohlstand zu verzichten, sagte die Ökonomin von der University of California Berkeley im Deutschlandfunk.
Den USA stehe aber ein "Inflationsschock" bevor, und der werde der Trump-Regierung zugerechnet werden. "Wenn ich es nicht mehr schaffe, das Essen für meine Familie auf den Tisch zu bringen, wenn ich mir Sorgen mache bei meinen täglichen Ausgaben, betrifft mich das unmittelbar." Es sei die Frage, wie Trump damit umgehe.
Die negative Reaktion der Börsen und Finanzmärkte sei ein deutliches Signal, was die Wirtschaft davon halte. Es habe die größten Kursverluste der letzten Jahre gegeben. Das treffe auch die US-Pensionskassen, die Geld in Wertpapieren angelegt haben, und die Leute, die sich auf die Zahlungen der Kassen verlassen.
Wirtschaftsweise hofft auf Gespräche
Mit Blick auf die EU sagte Malmendier, sie hoffe, dass es Verhandlungen gebe statt Eskalation. Grundsätzlich müsse man jedoch davon ausgehen, dass Trump von seiner Idee, die amerikanische Industrie zu beschützen, nicht abgehen werde. Die Europäer:innen müssten jetzt ihren Binnenmarkt stark machen und noch bestehende Hemmnisse in der EU abbauen. Nötig sei auch eine Kapitalmarktunion.
Malmendier ist Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die die Bundesregierung berät. Sie lehrt als Professorin an der Haas School of Business der University of California.